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12.03.2009: RSV belegt 2. Platz beim Innovationspreis ÖPNV des Landes

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Die Reutlinger Stadtverkehrsgesellschaft hat mit Ihrem Umweltprogramm "Klimaschutz wagen - Schritt für Schritt zum klimafreundlichen Verkehrsunternehmen" den hervorragenden 2. Platz beim Innovationswettbewerb ÖPNV des Landes Baden-Württemberg gewonnen. Insgesamt wurden 21 Projekte eingereicht.

Das Innenministerium Baden-Württemberg möchte mit dem Preis dazu beitragen, den ÖPNV durch innovative Ideen und Konzepte als umweltfreundlichen Verkehrsträger zukunftsfähig zu machen.

Die RSV hat sich im Konzert der großen ÖPNV-Unternehmen, Verkehrsverbünde, Aufgabenträger und Kommunen im Land mit ihrer Bewerbung prächtig geschlagen und ist stolz, den Innovationspreis bereits zum zweiten Mal nach Reutlingen geholt zu haben. Der Preis wurde im Rahmen des 4. Innovationskongresses am 11. März in Freiburg durch Herrn Staatssekretär Rudolf Köberle an RSV-Geschäftsführer Mark Hogenmüller verliehen.

Mit Kreativität und unternehmersichem Weitblick habe die Reutlinger Stadtverkehrgesellschaft ein klimafreundliches Verkehrsangebot geschaffen. Köberle hob hervor, dass der gesamte Verkehrsbetrieb konsequent darauf ausgerichtet sei, umweltfreundlich unterwegs zu sein. Das Unternehmen nutze seine Möglichkeiten zum Klimaschutz ebenso einfach wie wirkungsvoll. Ein kundenorientiertes Angebot wie der Schnellbus eXpresso zur Landesmesse und zum Flughafen Stuttgart trage zu gut ausgelasteten Fahrzeugen bei. Sparsamer Umgang mit Kraftstoff und die Verwendung von BTL (biomass to liquid) Kraftstoff würden die Ökobilanz verbessern. Als erstes Unternehmen in Baden-Württemberg habe die RSV den Fuhrpark um Buszüge erweitert. Seit 2004 seien in Reutlingen wieder Busse mit Anhängern unterwegs. Die Fahrzeugkombination ermögliche es, flexibel auf die Kundennachfrage zu reagieren. Nicht nur die Kunden profitierten: Gegenüber einem Gelenkbus würden sich Einsparungen bis zu einem Drittel beim Kraftstoffverbrauch ergeben. Wie innovativ der RSV beim Klimaschutz sei, zeige die jüngste Idee: Der CO2-neutrale Bus. Auch die Nutzung modernster Technik belaste das Klima. Der neueste Gelenkbus der RSV stoße jährlich noch 60 Tonnen CO2 aus. Zum Ausgleich der CO2-Bilanz habe sich das Reutlinger Unternehmen an einer Auf-forstungsaktion beteiligt und ein Klimaschutzzertifikat erworben. In Uganda würden 120 neu gepflanzte Bäume dazu beitragen, die CO2-Belastungen zu kompensieren.

Das preisgekrönte, ganzheitliche Umweltkonzept der RSV lässt sich kurz in fünf Stufen aufgliedern:

1. Schritt - CO2 Reduzierung durch Verkehrsvermeidung
In diesem Zusammenhang steht die städtebauliche Entwicklung im Brennpunkt. Eine Rückkehr von der grünen Wiese in die Innenstädte vermeidet Verkehr. Leben, Arbeiten und Versorgung im Quartier wird wieder möglich.

2. Schritt - CO2 Reduzierung durch Steigerung der ÖPNV-Nutzung
Jeder, der in der Rush-Hour anstelle eines Pkw den Linienbus nimmt, vermeidet 95 Prozent CO2. Die RSV hat in den vergangenen Jahren mit neuen Angeboten und Kooperationen zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung beigetragen. So wurde in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Reutlingen eine Schnellbusverbindung namens eXpresso von Reutlingen zum Stuttgarter Flughafen bzw. zur Landesmesse eingerichtet. Die Verbindung mobilisiert mittlerweile über 100.000 neue Fahrgäste pro Jahr. Außerdem sind im Reutlinger Stadtverkehr durch weitere Schnellverbindungen (Linien 81 und 71) neue Wohngebiete erschlossen oder attraktivere Direktverbindungen geschaffen worden.

3. Schritt - CO2 Einsparung durch wirtschaftliche Fahrweise Nach der Vermeidung von Verkehr und der Steigerung des ÖPNV-Anteils folgt die dritte Stufe. Die effektivste Form den CO2-Ausstoß zu senken, ist die Energie oder Kraftstoff schon gar nicht zu verbrauchen sondern einzusparen. Der Reutlinger Stadtverkehr legt z.B. bei der Fahrerschulung in Theorie und Praxis mittels Coach und Computer Based Training (CBT) Wert aufs Spritsparen und konnte nachweislich damit die gewünschten Einsparungen erzielen.

4. Schritt - CO2 Einsparung durch regenerative Kraftstoffe Wenn alle Maßnahmen zur Kraftstoffeinsparung gegriffen haben, gilt es den unvermeidlichen Kraftstoffverbrauch mit der Wahl des klimafreundlichen und regenerativen Kraftstoffes zu vollziehen. Wir konzentrieren uns bei dieser Auswahl auf die neuen BTL (biomass to liquid) Kraftstoffe. Bisher wurden neben konventionellen Kraftstoffen Biodiesel/RME sowie reines Rapsöl im Betrieb eingesetzt. Die Rapsölbetankung wurde im Rahmen des Regionen Aktiv Programmes des Landkreis Reutlingen unter dem Motto Kraftstoff - natürlich aus der Region mit drei umgerüsteten Bussen realisiert.

5. Schritt - CO2 Neutralität durch Aufforstung
Der Anteil der CO2-Emissionen eines Verkehrsbetriebes der durch die Stufen 1 bis 4 nicht verhindert werden kann, soll im RSV Stufenplan schlussendlich durch Stufe 5 aufgefangen werden: CO2-Senke durch Aufforstung. Nimmt zum Beispiel ein Wald CO2 auf und speichert den Kohlenstoff dauerhaft in der Biomasse, so nimmt in der Atmosphäre der CO2-Gehalt ab. Der Wald wirkt als Senke. Wälder haben von allen Ökosystemen das größte Senkenpotenzial.



Das Umweltprogramm der RSV wirkt sich auf die Bereiche Fuhrpark, Infrastruktur, Marketing und Mitarbeiter aus. Beispielhaft sei die Installierung einer Photovoltaikanlage, die Senkung des Energieverbrauches in den Gebäuden, die Nutzung von Regenwasser, der Betrieb erdgasbetriebener Servicefahrzeuge, Fahrerschulung, klimaneutrale Mobilität durch Aufforstung und der Einsatz von Personenanhängerzügen erwähnt.

Die Würdigung der Aktivitäten durch das Land Baden-Württemberg ist für die RSV Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.




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