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25.02.2011: Höchste Auszeichung für die Reutlinger Stadtverkehrsgesellschaft RSV beim ÖPNV-Innovationskongress

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In Freiburg im Breisgau fand der 5. Innovationskongress ÖPNV des Landes Baden-Württemberg statt. Über 500 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland haben sich während der dreitägigen Veranstaltung über aktuelle Entwicklungen im öffentlichen Nahverkehr informiert. Zum Auftakt verlieh Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner den diesjährigen Innovationspreis-ÖPNV, der in diesem Jahr unter dem Motto "Neue Ideen und Konzepte im Wettbewerb um den Fahrgast” steht.

"Der ÖPNV ist in Baden-Württemberg eine große Erfolgsgeschichte. Daran wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern anknüpfen, ein weiteres Kapitel ÖPNV-Geschichte aufschlagen und Bus und Bahn in eine gute Zukunft führen", erklärte Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner. Über 1,1 Milliarden Menschen würden jährlich in Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs im Land befördert. "Würde jeder mit seinem eigenen Auto fahren, würden bei durchschnittlich etwa 20 Kilometern zurück gelegter Wegstrecke über 20 Milliarden Kilometer Fahrt auf den Straßen des Landes anfallen. Der ÖPNV leistet so einen unersetzlichen Beitrag zu einer umweltfreundlichen Mobilität und entlastet außerdem unser Straßennetz." Der ÖPNV müsse deshalb mit den steigenden Erwartungen und Anforderungen der Kunden wie auch den sich verändern-den Mobilitätsbedürfnissen der Menschen weiterhin Schritt halten. "Da sind neue Konzepte gefragt. Mit dem Innovationspreis wollen wir dazu neue Impulse geben, die Nahverkehrskonzepte kundenorientiert weiter zu entwickeln. Mit attraktiven Angeboten wird es gelingen, noch mehr Menschen dazu zu bewegen, das eigene Auto stehen zu lassen und auf Bus und Bahn umzusteigen", zeigte sich Gönner überzeugt.




Insgesamt 17 Bewerbungen seien in diesem Jahr eingereicht worden, von denen eine Fachjury drei besonders auszeichnete. Erstmals vergab die Jury einen Sonderpreis für die beispielhafte Verknüpfung von ÖPNV und Radverkehr . "Die Resonanz auf die Ausschreibung des Innovationspreises ist weiterhin sehr groß. Das ist erfreulich und ein Beleg dafür, dass unsere Partner im ÖPNV gemeinsam mit dem Land an einem Strang ziehen", so Gönner.

Erster Preis geht an die Reutlinger Stadtverkehrsgesellschaft
Der mit 10.000 Euro dotierte erste Preis geht an die Reutlinger Stadtverkehrsgesellschaft Hogenmüller & Kull Co. KG (RSV) für ihr Unternehmenskonzept "Mehr Service gefällig? Kundenorientierung als Leitprinzip". "Das Konzept ist zukunftweisend. Geradezu vorbildlich werden die Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft aufgegriffen, in dem speziell auf die Kundenanforderungen von morgen schon heute Antworten gegeben werden", so Ministerin Gönner. So würden die Busfahrer der Gesellschaft über spezielle Angebote geschult, mit besonderen Problemen älterer und in der körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkter Kunden bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel angemessen umzugehen. "Die Busfahrer sammeln Erfahrung als Rollstuhlfahrer oder erleben im Alterssimulationsanzug wie es für hochbetagte Menschen ist, beim Busfahren zu Recht kommen zu müssen. Das ist ein beispielhaft alltagsnaher Ansatz", betonte Gönner.
Für einen verbesserten Kundenservice würden vom RSV außerdem verstärkt neue Kommunikationstechniken genutzt. "Die Kundeninformation bekommt für die Fahrgäste einen immer höheren Stellenwert", so Gönner. So würden beispielsweise auf der Schnellbuslinie eXpresso zum Flughafen Stuttgart die Fahrgäste mit aktuellen Nachrichtenmeldungen versorgt. Ab Sommer 2011 soll außerdem über aktuelle Abflugs- und Ankunftszeiten am Landesflughafen informiert werden. "Der Fahrgast kann sich so frühzeitig darauf einstellen, wenn es zu Verspätungen im Flugverkehr kommt." In der Innenstadt von Reutlingen würden an neuralgischen Punkten im engen Stadtzentrum etwaige Verspätungen im Busverkehr an speziellen Säulen angezeigt. Die Anzeigensäule kommen ohne Stromversorgung aus und benötige zum Ansteuern per SMS nur kurzfristig Energie aus dem Akku des eingebauten Solarpaneels. Innovativ sei auch das Leitsystem ROM, Es stehe für Reutlinger Orientierungssystem zur Mobilitätserweiterung und sei zusammen mit behinderten Menschen entwickelt worden, so Gönner. "Das Leitsystem ist für Menschen entwickelt worden, die Probleme in der Wahrnehmung herkömmlicher Informationssysteme haben - eine nützliche Hilfe, um eigenständig öffentliche Verkehrsmittel zu nützen." Der klassische Linienplan werde mit Symbolen beziehungsweise einer Figur leicht wahrnehmbar gestaltet. An den Haltestellen und auf den Fahrzeugen finde sich diese Kennzeichnung dann wieder. "Die vielfältigen Aktivitäten des Reutlinger Stadtverkehrs zeigen, welchen hohen Stellenwert das Unternehmen der Kundenorientierung beimisst. Mit viel Eigeninitiative und Engagement, geht das mittelständische Unternehmen neu sich stellende Aufgaben und Anforderungen der Zukunft an, so Ministerin Gönner. Der Technische Geschäftsführer Mark Hogenmüller resumierte, dass sich die RSV nach dem 2. Platz beim letzten Innovationspreis des Landes nicht auf den Lorbeeren ausgeruht hat, und dankt der kompletten Belegschaft für die Mitarbeit und die Bereitschaft, innovative Ideen mitzutragen und mit Herz und Hand in die Tat umzusetzen. Der RSV-Marketingleiter, Bernd Kugel, ergänzte: "Die Auszeichnung in Freiburg würdigt selbstverständlich auch die Zusammenarbeit und die Leistungen der einzelnen Verbände und Organisationen in Reutlingen, die sich bei der Umsetzung der Konzepte für Fahrgäste mit Behinderungen und Ältere engagiert haben."




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